ILN zieht Konsequenzen aus der aktuellen Entwicklung des Geothermieprojekts
Geretsried, 26. Oktober 2026. Die Gesellschafter und der Aufsichtsrat der Isar Loisach Naturwärme GmbH (ILN) haben sich in ihren Sitzungen am 20. Oktober 2026 intensiv mit den aktuellen Entwicklungen beim Geothermieprojekt in Geretsried und den daraus resultierenden Konsequenzen für die ILN befasst.
Anlass hierfür war insbesondere die Ankündigung von Eavor, nun beide Bohranlagen vom Standort in Geretsried abzuziehen. Diese Entwicklung wird von den Gesellschaftern und dem Aufsichtsrat der ILN mit großer Enttäuschung zur Kenntnis genommen.
Verlässliche Grundlage für die Fernwärmeplanung fehlt
Mit dem Abzug der Bohranlagen ist die weitere Umsetzung des Geothermieprojekts auf Seiten von Eavor für die ILN derzeit weder zeitlich noch inhaltlich verlässlich absehbar. Aus heutiger Sicht lässt sich nicht belastbar einschätzen, ob und wann die für die geplante Fernwärmeversorgung erforderliche geothermische Wärme zur Verfügung stehen kann.
Gleichzeitig haben sich wesentliche Grundlagen des ursprünglich vorgesehenen Geothermieprojekts verändert. Diese Veränderungen wirken sich auch auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und das Risikoprofil einer künftigen Nutzung der Geothermie für die Fernwärmeversorgung aus.
Vor diesem Hintergrund konnte bislang auch keine gemeinsame Grundlage für die von Eavor angestrebten kommerziellen Anpassungen des bestehenden Wärmeliefervertrags gefunden werden. Für die ILN fehlt damit derzeit sowohl in zeitlicher als auch in wirtschaftlicher Hinsicht eine ausreichend belastbare Grundlage, um die Fernwärmeversorgung auf Basis einer Fortentwicklung des bestehenden Wärmeliefervertrags verlässlich planen zu können.
ILN wird vom bestehenden Wärmeliefervertrag zurücktreten
Gesellschafter und Aufsichtsrat haben deshalb die Konsequenz gezogen, am bestehenden Wärmeliefervertrag in seiner bisherigen Form nicht länger festzuhalten. Die ILN wird vom bestehenden Wärmeliefervertrag zurücktreten.
Der Rücktritt beinhaltet gleichzeitig das Angebot an Eavor, zu einem späteren Zeitpunkt erneut zusammenzuarbeiten. Sollten seitens Eavor konkrete, belastbare und wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen für die Bereitstellung geothermischer Wärme vorliegen, ist die ILN bereit, auf dieser Grundlage erneut Gespräche aufzunehmen und gegebenenfalls neue Vereinbarungen zu verhandeln.
Alternative und ergänzende Wege für Geretsrieds Wärmeversorgung
Unabhängig davon muss die ILN angesichts der aktuellen Entwicklung ihre Planungen neu ausrichten. Gemeinsam mit ihren Gesellschaftern wird sie deshalb alternative und ergänzende Möglichkeiten für eine zukunftsfähige Wärmeversorgung prüfen und weiterentwickeln. Ziel bleibt es, die Wärmewende in Geretsried konsequent voranzubringen und dabei Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz miteinander zu verbinden.
Die aktuelle Entwicklung ist für uns eine große Enttäuschung. Gleichzeitig tragen wir Verantwortung dafür, die Wärmeversorgung in Geretsried auf einer verlässlichen und wirtschaftlich tragfähigen Grundlage weiterzuentwickeln. Wenn die bisherige Grundlage diese Verlässlichkeit nicht mehr bietet, müssen wir handeln. Wir richten deshalb unseren Blick jetzt auch verstärkt auf andere Lösungswege. Die Tür für Eavor bleibt aber offen.
